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Gemeinschaftsschule - Eine Schule für ALLE

Die AfB-Schleswig-Holstein stelllte 2004 fest:
Eine Reform der Struktur der Schulen in Schleswig-Holstein und auch in ganz Deutschland ist überfällig. Die Umwandlung der Schulstrukturen in Schleswig- Holstein ist sowohl ein Gebot der Demographie als auch der Pädagogik, nicht zuletzt aber auch der Bildungsgerechtigkeit.

Die Vergleichsstudien der letzten Jahre legen die Mängel im deutschen Schulsystem offen. Für Schleswig-Holstein fordert die SPD Veränderungen, die sicher stellen, dass Benachteiligungen von Schülerinnen und Schülern auf Grund ihrer Herkunft ausgeschlossen werden und die Chancen gemeinsamen Lernens genutzt werden können.

Grundlagen der Strukturveränderung sind Anforderungen der modernen Volkswirtschaft, der sich rasant entwickelnden Gesellschaft und die sich aus den internationalen Vergleichsstudien ergebenden Antworten u.a. im Sinne unserer skandinavischen Nachbarstaaten.

Veränderung wegen der demographischen Entwicklung

Folgt man den Gesetzen der Bevölkerungsentwicklung, wird das schon in wenigen Jahren nicht mehr möglich sein. Die Schülerzahlen sinken stetig, allein die Zahl der Grundschüler geht bis zum Jahr 2010 um 21,5 Prozent zurück.

Bereits jetzt erfüllen in Schleswig- Holstein etwa 100 Schulen die vorgeschriebene Mindestgröße nicht mehr, obwohl sie sehr großzügig gehandhabt wird. Das Land wird auf Dauer einen Großteil seiner Schulen nicht aufrechterhalten können. Bleibt die Grundstruktur mit ihren getrennten Bildungsgängen so wie sie ist, wird es zwangsläufig zu Schulschließungen kommen. Das Land ist aber verpflichtet, alle Regionen gleichermaßen mit Schulen zu versorgen, was wiederum angesichts der sinkenden Schülerzahlen in Zukunft nicht mehr machbar sein wird. Da Eltern angesichts der angespannten Situation auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt den möglichst höchsten Bildungsgang für ihr Kind wählen, wird dieser Rückgang der Schülerzahlen langfristig vor allem die Hauptschulen treffen.

Veränderung wegen PISA

Die PISA-Untersuchungen haben Deutschland ein zu geringes durchschnittliches Bildungsniveau bescheinigt und vor allem erhebliche Defizite im Bereich der Chancengleichheit festgestellt.
Deshalb wird Schleswig-Holstein die Schulstruktur verändern und das gemeinsame Lernen über einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren ermöglichen.

Ein erster Schritt zur Beseitigung von Chancenungleichheiten wird sich durch eine gründliche Schulvorbereitung im Kindergarten und der Vorschule ergeben. Weiter ist die Einführung von mehr offenen Ganztagsschulen ein Angebot zur Verbesserung der sozialen Integration.
Längeres gemeinsames Lernen an einer Schule kann für viele Schulstandorte beim derzeitigen Rückgang der Schülerzahlen den Erhalt der Schule vor Ort bedeuten! Vorhandene Schulen können sich als Verbundschulen vernetzen und dadurch effektiver arbeiten. Die Landesregierung unterstützt jede Art schulischer Verbesserung und Optimierung durch Vernetzung. Diese Unterstützung dient besonders dem ländlich strukturierten Raum.

Der schleswig-holsteinische Weg

Die AfB-Vision 2004 war:

Bevor die Kinder eingeschult werden, sollen alle Kinder ein schulvorbereitendes Jahr in der Vorschule oder im Kindergarten verbringen. Dort werden ihnen die Fertigkeiten vermittelt, die sie benötigen um erfolgreicher in der Grundschule zu starten.
Die Grundschule wird bis zum Jahre 2007 überall in Schleswig- Holstein als eine Verlässliche Grundschule eingeführt sein.

Von der Klassenstufe 5 an sollen immer mehr Schulen sich an dem Modell einer offenen Ganztagsschule organisieren. In dieser Organisationsform findet an mindestens drei Nachmittagen eine schulische Aktivität statt. Aus dieser Ganztagsschule sowie aus den vorhandenen Systemen der Gesamtschulen kann der Schulstrukturwandel hin zur neuen „Schule für alle“ erfolgen.

Schulstrukturmodell der AfB-S-H, 2004

Im Januar 2007 wird ein neues Schulgesetz beschlossen:

Dieses Schleswig-Holsteinische Schulgesetz enthält die grundlegenden Forderungen der AfB! Leider ist eine völlige Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem am Koalitonspartner gescheitert, jedoch ist man auf dem Weg in die richtige Richtung:

Die Gemeinschaftsschule

Folgende Strukturmerkmale und Rahmenbedingungen sind für eine Gemeinschaftsschule prägend:

  • gemeinsamer Unterricht in den Klassen 5 und 6
  • unterschiedliche Formen und Angebote der Differenzierung und längeres gemeinsames Lernen ab Klasse 7
  • in der Übergangsphase: enges Kooperationsverhältnis der traditionellen Bildungsgänge und ein großer Teil des Unterrichts schulartenübergreifend
  • die abschlussbezogenen Ausprägungen entsprechend den KMK-Vorgaben sind gewährleistet
  • gleiche Leistungsanforderungen wie die Schulen des gegliederten Schulwesens
  • zentrale Abschlussprüfungen
  • Unterricht durch Lehrkräfte aller Schularten
  • durchschnittliche Jahrgangsgröße mindestens 50 Schülerinnen und Schüler
  • Gemeinschaftsschulen sind grundsätzlich offene Ganztagschulen

Das pädagogische Konzept einer Gemeinschaftsschule soll folgende Fragen beantworten:

  • Wie werden die neuen Formen längeren gemeinsamen Lernens von Klasse 7 bis Klasse 10 gestaltet und schrittweise eingeführt?
  • Wie erfolgt die innere und äußere Differenzierung der Lerngruppen in Hinblick auf die unterschiedlichen Schulabschlüsse?
  • Mit welchen Formen der Leistungsbeurteilung wird künftig gearbeitet?
© 2004-2006 AfB-SPD-SH pet2004
AfB

Zu diesem Thema

AfB-Broschüre "Gemeinschaftsschule (2005)" (von der Wirklichkeit etwas überholt, wird demnächst neu aufgelegt.)

Warum wir eine Schule für alle brauchen
Gutachten IFS - Prof. Dr. Ernst Rösner
Schulentwicklung in Schleswig-Holstein
Veränderungen der Schulstruktur in Schleswig-Holstein als Konsequenz demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen

In den Medien:
29.11.2004
WDR5 - LebensArt
"Eine Schule für alle"
Schleswig-Holstein auf dem Weg zur Schulreform

Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in der SPD
Schleswig-Holstein
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