AfB S-H - Logo150

Kopfbanner 600

SCHLESWIG-HOLSTEINISCHER LANDTAG

Drucksache 15/ 3933
Schleswig-Holsteinischer Landtag - 15. Wahlperiode 05-01-12

Antrag

der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN


Konsequenzen aus PISA II

Der Landtag wolle beschließen:

Der Schleswig-Holsteinische Landtag stellt fest, dass die zweite PISA-Untersuchung trotz leichter Verbesserungen Deutschlands im internationalen Ranking die durch PISA I konstatierten Schwächen des deutschen Schulsystems bestätigt hat, besonders

  • - die im internationalen Vergleich nur mittelmäßigen Fähigkeiten der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler,
  • - den extrem großen Abstand zwischen den leistungsschwachen und -starken Schülern,
  • - die Abhängigkeit des schulischen Erfolges von der sozialen Herkunft, wie sie in diesem Ausmaß nirgendwo sonst besteht.

Der Landtag begrüßt es, dass seit der Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA I Bildung zu einem vorrangigen Thema der gesellschaftlichen Diskussion geworden ist und dass die Landesregierung deshalb zahlreiche Maßnahmen ergriffen hat, um die Qualität der Schule und der vorschulischen Bildung und Erziehung zu verbessern und das Schulsystem durchlässiger zu machen, insbesondere

  • die Stärkung des Bildungsauftrags der Kindertagesstätten einschließlich der Sprachförderung
  • die Reduzierung der Rückstellungen und die flexible Eingangsstufe
  • die Verlässliche Grundschule und das Konzept zur Senkung des Unterrichtsausfalls
  • die Stärkung der Selbständigkeit der Schulen bei pädagogischen, organisatorischen, personellen und finanziellen Entscheidungen
  • die bessere Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Schule
  • die Lernpläne zur Förderung schwacher und starker Schülerinnen und Schüler zur Reduzierung des Sitzen Bleibens
  • die Umsetzung der in der KMK erarbeiteten Standards
  • die regelmäßigen Evaluationen der Leistungen durch VERA und Parallelarbeiten
  • die Einführung von Evaluation im Team (EVIT)
  • der Auf- und Ausbau von offenen Ganztagsschulen mit Hilfe des Bundesprogramms IZBB.

Der Landtag sieht die Notwendigkeit, über kurzfristig wirkende Reformen hinaus zu einer Neugestaltung des schleswig-holsteinischen und des deutschen Schulwesens zu gelangen. Es muss sich vom Leitbild homogener Lerngruppen, die besonders durch die frühe Aufteilung der Schülerinnen und Schüler nach vorgeblicher Leistungsfähigkeit hergestellt werden sollen, lösen und sich zu einer Schule der Angebote und der Förderung weiterentwickeln, die Heterogenität durch längeres gemeinsames Lernen nutzt, um daraus Potenziale zu erschließen. Dazu brauchen die Lehrkräfte Beratung, Qualifizierung und Unterstützung.

Deutschland benötigt mehr erfolgreiche Bildungsabschlüsse und ein insgesamt höheres Bildungs- und Qualifikationsniveau. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir eine Europäisierung unseres Schulsystems in Angriff nehmen. Die erfolgreichen Modelle unserer skandinavischen Nachbarn sollen uns dabei als Vorbild dienen.

Unser Ziel ist es,

  • dass Kinder wesentlich länger gemeinsam unterrichtet werden, damit eine individuelle Förderung die bisherige Auslese durch Sitzen Bleiben und Querversetzen ersetzt,
  • die Schulen zu einer stärkeren pädagogischen, organisatorischen und personellen Selbständigkeit zu führen,
  • die Schulen leistungsstärker zu machen durch Vorgabe von Standards und durch systematische Evaluation ihrer Ergebnisse unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einzugsbereiche,
  • die Schulen zu Offenen Ganztagsschulen und zu Stadtteil-/Dorfzentren mit kulturellem und Freizeitangebot weiterzuentwickeln.


Jürgen Weber
und Fraktion

Angelika Birk
und Fraktion

Die Resolution wurde am 27.01.2005 so beschlossen.

© 2004 AfB-SPD-SH pet2004
AfB

Zu diesem Thema

AfB-Broschüre "Gemeinschaftsschule"

Warum wir eine Schule für alle brauchen
Gutachten IFS - Prof. Dr. Ernst Rösner
Schulentwicklung in Schleswig-Holstein
Veränderungen der Schulstruktur in Schleswig-Holstein als Konsequenz demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen

In den Medien:
29.11.2004
WDR5 - LebensArt
"Eine Schule für alle"
Schleswig-Holstein auf dem Weg zur Schulreform

Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) in der SPD
Schleswig-Holstein
Kleiner Kuhberg 28-30
24103 Kiel
Tel.: (0431) 9060-0
FAX: (0431) 90 60 641
Email direkt

Internet:
AfB - Schleswig-Holstein

Valid XHTML 1.0!